Gemeindeleben in Zeiten von Corona: Was hat sich geändert? Was ist möglich?

Es ist eine andere Zeit, in der wir leben. Am 15. März gab es im Kettenheimer Grund den letzten Gottesdienst, bevor der Lockdown, das Herunterfahren des öffentlichen Lebens kam und die Pandemie unseren Alltag veränderte. Kirchen und Gemeindehäuser wurden geschlossen. Gottesdienste, Jubelkonfirmation, Kindergottesdienst, Konfirmandenunterricht, Kirchenvorstandssitzungen, Chorproben, Mitarbeiterbesprechungen, Jugendtreff wurden abgesagt, Taufen und Trauungen verschoben. Beerdigungen fanden im engsten Familienkreis und unter freiem Himmel statt.

Ostern kam und ging still vorüber. Stille am Karfreitag lässt sich aushalten. Sie gehört zu diesem Tag dazu. Aber Ostern ohne fröhliches Halleluja in der Kirche? Das macht wehmütig. Die gemeinsame Feier fehlte besonders am Ostertag. Das Ansehen des Fernsehgottesdienstes tröstete wenig, half es doch nicht über die fehlende leibhaftige Gemeinschaft hinweg.

Nach den Osterferien gab es ein schrittweises Öffnen der Schulen zunächst für die Abschlussklassen. Unterbrochen bleibt der Konfirmandenunterricht. Denn dieser Unterricht lebt davon, dass Jugendliche gemeinsam Erfahrungen sammeln, indem sie miteinander erzählen, basteln, malen, spielen, singen, beten, Glauben leben. Konfis auf Distanz? Da fehlt das Wesentliche. Vorstellungsgottesdienste und Konfirmationen wurden von den Kirchenvorständen in allen Gemeinden des Dekanats Alzey-Wöllstein auf unbestimmte Zeit verschoben. Bis eine unbeschwerte Feier der Konfirmierten möglich ist, lässt sich der ausgefallene Unterricht zum Beispiel blockweise nachholen. Ab welchem Termin der neue Konfirmandenjahrgang mit seinen Treffen anfangen wird, muss ebenfalls geklärt werden. Ruhend ist der Kindergottesdienst. Auch er lebt von der Nähe, die beim gemeinsamen Erzählen, Spielen, Basteln, Singen und Beten entsteht.

Seit Anfang Mai dürfen Kirchen ihre Türen für Gottesdienste wieder öffnen. Das geht aber nur, wenn strenge Schutzmaßnahmen eingehalten werden: Am Eingang zur Kirche werden die Hände desinfiziert. Danach werden Namen, Adressen und Telefonnummern der Ankommenden aufgeschrieben. Jeder bekommt einen nummerierten Sitzplatz zugewiesen, damit nachvollzogen werden kann, wer neben wem gesessen hat. Das ist wichtig, falls einer der Gottesdienstbesucher in den darauffolgenden Tagen positiv auf Covid19 getestet wird. Die Liste wird einen Monat lang im Pfarramt aufgehoben und, falls ein Besucher positiv getestet ist, dem Gesundheitsamt vorgelegt, damit das Amt zu den anderen Gottesdienstteilnehmern Kontakt aufnehmen und die Infektionskette unterbrechen kann.

Jeder, der zum Gottesdienst kommt, muss beim Betreten und Verlassen des Gebäudes und während der gesamten Feier einen Mund-Nase-Schutz tragen. Der Pfarrer/die Pfarrerin darf den Mund-Nase-Schutz während der Feier abnehmen, wenn ein Mindestabstand von vier Metern zur Gemeinde eingehalten wird. Im Kirchenraum können Zwei aus einem Haushalt nebeneinandersitzen. Zu den Nächsten muss ein Sicherheitsabstand von zwei Metern sein. Gemeindegesang ist wegen der Tröpfcheninfektion nicht möglich. Dasselbe gilt für das Spiel von Bläserchören. Auch auf Abendmahlsfeiern soll wegen erhöhter Ansteckungsgefahr verzichtet werden.

In Rheinland-Pfalz galt bis Ende Mai, dass in der Kirche eine Versammlungsfläche von zehn Quadratmetern pro Person zur Verfügung stehen soll. Für die kleinen Gotteshäuser im Kettenheimer Grund bedeutete das, dass in Freimersheim maximal zehn, in Wahlheim elf, in Esselborn zwölf und in Kettenheim fünfzehn Menschen gleichzeitig im Kirchengebäude versammelt sein durften. Diese Personenbegrenzung schloss Küster, Organist, Pfarrerin und Kirchenvorstehende mit ein. Diese Bestimmung ist seit dem 25. Mai aufgehoben. Umso wichtiger ist, dass weiter auf den Sicherheitsabstand im Gotteshaus geachtet wird. Da manche Mitarbeitenden der Kirchengemeinden zur Risikogruppe gehören, die von Covid19 besonders gefährdet ist, sind Haupt, Neben- und Ehrenamtliche seit Mitte März von jeder Tätigkeit im Gottesdienst freigestellt.

Unsere Kirchenvorstände haben sich im Mai wegen der Gottesdienstöffnungen im Kettenheimer Grund beraten und dem Vorschlag der Dekanin zugestimmt, dass bis Ende August nur in größeren Kirchen des Dekanats Gottesdienste gefeiert werden. Seit dem 17. Mai besteht dieses Angebot in Albig, Eppelsheim, Flonheim, Wöllstein, Wörrstadt und ab Juni in Gau-Odernheim. Dort können Christinnen und Christen sich jeden Sonntag ab 10 Uhr zum Gebet versammeln. Teams von Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen halten ein regelmäßiges Gottesdienstangebot aufrecht und erproben, wie die von der Landesregierung und der Kirchenleitung verordneten Schutzmaßnahmen in der Praxis aussehen.

Die Sehnsucht bleibt, dass auch in den kleinen Gemeinden das gottesdienstliche Leben wieder aufblüht. Im Juli werden die Kirchenvorstände im Kettenheimer Grund beraten, wie sich die Zentralgottesdienste in der Praxis bewährt haben und wie ein Schutzkonzept für Gottesdienste im Kettenheimer Grund umgesetzt werden kann. Bis dahin gilt die herzliche Einladung an alle, die Gottesdienste des Dekanats in einer der bereits geöffneten Kirchen zu besuchen. A. K.

Simbabwe präsentierte sich beim Weltgebetstag

Jeden ersten Freitag im März feiern Christinnen und Christen aller Konfessionen weltweit den Weltgebetstag mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dieses Mal kam der Entwurf des Gottesdienstes mit Liedern und Gebeten aus Simbabwe, ein Land im Süden Afrikas zwischen Mosambik und Botswana gelegen. „Steh auf und geh!“, lautet das Motto, das Frauen des Weltgebetstagkomitees in Simbabwe für diesen Tag ausgesucht hatten. Auch in der Wahlheimer Kirche wurde am Abend des 6. März 2020 ein Gottesdienst unter diesem Motto gefeiert. Gestaltet wurde er von katholischen und evangelischen Frauen aus dem Kettenheimer Grund.

Iris Karl, Michaela Glöckner und Elke Zorner (von links nach rechts) hießen die Gottesdienstbesucher willkommen.   Foto: Anja Krollmann

Iris Karl, Michaela Glöckner und Elke Zorner (von links nach rechts) hießen die Gottesdienstbesucher willkommen. Foto: Anja Krollmann

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Jubiläumskonzert des Landfrauenchores

Anlässlich seines 35-jährigen Bestehens gab sich der Landfrauenchor die Ehre mit einem Jubiläumskonzert am 17. November in der Wahlheimer Kirche. Unter der Leitung von Armin Drebes eröffneten die Sängerinnen mit dem Lied „Morgenrot“, komponiert von Robert Pracht. Nach der Begrüßung durch Anette Jakob, Sprecherin des Chores, folgten geistliche Werke volkstümlicher Art, etwa der Lobgesang auf den Schöpfer „Wie groß bist du“, und Spirituals wie „Let us break bread together“ und „Down by the Riverside“. Nach einer Lesung von Pfarrerin Anja Krollmann zum Thema „Herbst“ widmete sich der Chor ausführlich dem Thema „Liebe“, das er beispielsweise in dem Lied „Plaisir d'amour“ auf Französisch besang.

Verstärkt durch ein neues und zwei wieder genese Mitglieder gaben die Damen beim Jubiläumskonzert des Landfrauenchores, zusammen mit ihrem Dirigenten Armin Drebes, ihr Bestes, um die zahlreich erschienen Gäste in der Wahlheimer Kirche zu erfreuen. (Foto: Anja Krollmann)

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Wie kann man geschützt andere treffen? Die Chiller zeigen, wie das geht!

Trotz Corona und den damit verbundenen Schutzmaßnahmen andere zu treffen, ist das Ziel des Jugendtreffs „Die Chiller“. Der Treff hat seine Räume im Ev. Gemeindehaus in Wahlheim, wo bis vor einigen Wochen Jugendliche mit Mitarbeitenden des Ev. Dekanats Alzey-Wöllstein regelmäßig donnerstags zusammengekommen sind. Seit der Pandemie ist das Gemeindehaus für solche Angebote geschlossen. Persönliche Begegnungen in Gruppen sind durch die gesetzlichen Regelungen untersagt.

Also ließen sich die Mitarbeitenden des Treffs: Kerstin Schuh, Gemeindepädagogin des Ev. Dekanats, und Sina Fuchs, ehrenamtliche Mitarbeiterin aus Esselborn, etwas einfallen, damit die Chiller in Kontakt bleiben. Sie luden die Jugendlichen zu Wettspielen ein, die jeder und jede für sich Zuhause machen und mit dem Handy aufnehmen kann. Dabei kamen witzige Situationen und Fotos zustande, die wir in diesem Gemeindebrief abdrucken dürfen. Kerstin Schuh erklärt dazu:

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Doppelte Auszeichnung für Berthold Unger

Mit einer zweifachen Ehrung wurde Berthold Unger in einem Abendgottesdienst am 2. November in der Esselborner Kirche für sein ehrenamtliches Engagement innerhalb der Kirche ausgezeichnet. Pfarrerin Susanne Schmuck-Schätzel, Oberhaupt des Evangelischen Dekanats Alzey, überreichte ihm die Ehrenurkunde der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie den Ehrenbrief des Diakonischen Werkes und dankte ihm für die geleistete Arbeit als Mitglied im Kirchenvorstand, dem er seit 52 Jahren ununterbrochen angehört, sowie für seine Jahrzehnte lange Tätigkeit im Vorstand der Sozialstation Alzey.


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