In Zukunft nur mehr eine Kirchengemeinde im Kettenheimer Grund

 

„Das ist schon ein epochaler Einschnitt“, wertet Dekanin Pfarrerin Susanne Schmuck-Schätzel den Beschluss der Kirchenvorstände von Esselborn, Freimersheim, Kettenheim, Wahlheim, sich ab 1. Januar 2026 zu einer Kirchengemeinde zusammenzuschließen. Am 15. Februar war die Chefin des evangelischen Dekanats Alzey-Wöllstein in die gemeinsame Sitzung der vier Leitungsgremien gekommen, um über die Fusion der Kirchengemeinden zu beraten und deren Zusammenschluss zu begleiten.

 

Im Nachbarschaftsraum, der mit der städtischen Kirchengemeinde Alzey und den ländlich geprägten Kirchengemeinden Dautenheim, Esselborn, Eppelsheim-Dintesheim, Flomborn, Freimersheim, Kettenheim, Wahlheim im vergangenen Jahr beschlossen wurde, braucht es ein starkes Gewicht im Kettenheimer Grund, so die Einsicht der Vorstände der vier Kirchengemeinden. Dies führte zum Beschluss, künftig eine Einheit bestehend aus den vier Orten Esselborn, Freimersheim, Kettenheim, Wahlheim zu bilden. Seit 2023 beraten die KV über die Fusion und haben dafür professionelle Unterstützung in der Landeskirche gefunden.

 

Dass zwischen den Kirchengemeinden im Kettenheimer Grund schon eine sehr gute und intensive Zusammenarbeit besteht, zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Ob Gemeindefest, Feierabendkirche, Konfi-Unterricht, Jugendarbeit, Kindergottesdienst, Konzerte, gemeinsame Gottesdienste an Feiertagen, KV-Sitzungen, Ausflüge und Reisen, vieles machen die Kirchengemeinden seit Jahrzehnten erfolgreich gemeinsam.

 

Jetzt, durch die rasanten Veränderungen innerhalb der evangelischen Kirche: den stetigen Rückgang der Gemeindegliederzahlen (im Kettenheimer Grund liegen sie bei ca. 920 insgesamt) und die damit einhergehenden starken finanziellen Einsparungen in allen Bereichen, was im Zuge der Strukturreform ekhn2030 zur Bildung von Nachbarschaftsräumen, zur Reduzierung von Pfarrstellen und zum Verkauf von Gebäuden führt, heißt es näher zusammenrücken, um als Kirche handlungsfähig zu bleiben.

 

Die Kirchenvorstände von Esselborn, Freimersheim, Kettenheim, Wahlheim haben den ersten entscheidenden Schritt zur Einheit getan, indem sie sich am 15. Februar in geheimer Wahl einstimmig für die Fusion entschieden haben. Jetzt muss ein Vertrag ausgearbeitet werden, in dem zum Beispiel geregelt ist, wie die Kirchengemeinde heißen soll, wie das neue Kirchensiegel aussehen wird, welche Finanzen von Esselborn, Freimersheim, Kettenheim, Wahlheim in einen Topf geworfen werden und welche Haushaltsstellen getrennt fortbestehen.

 

Dem Vertrag müssen die vier Leitungsgremien zustimmen, außerdem muss er kirchrechtlich geprüft und genehmigt sein, damit er am 1. Januar 2026 wirksam werden kann. Bis dahin wird es weitere Sitzungen mit der Dekanin geben. Dem Anlass entsprechend wird mit dem Inkrafttreten der Fusion ein Festgottesdienst gefeiert werden, in dem die neue Kirchengemeinde „aus der Taufe gehoben wird“.

 

Was in der gemeinsamen KV-Sitzung am 15. Februar ebenfalls angekündigt wurde: Pfarrerin Anja Krollmann bleibt dem Kettenheimer Grund vorerst erhalten. Ihr Pfarrstellenwechsel verschiebt sich auf Sommer 2025. Den Zusammenschluss der Kirchengemeinden und den Nachbarschaftsraum wird sie bis dahin begleiten. „Wir haben noch etwas Zeit miteinander!“ Die KV antworteten mit Applaus. A. K.