„Moin!“, grüßte Erhard Kunz die Besucher des Jahreskonzerts des Evangelischen Posaunenchores Kettenheimer Grund (EPC), das am 8. Dezember in der Kettenheimer Kirche stattfand. Mit dem für die rheinhessische Region ungewöhnlichen Zungenschlag stimmte der Chorleiter die Zuhörenden auf die bevorstehenden Musikstücke ein, die er vom Deutschen Evangelischen Posaunentag (DEPT) 2024 mitgebracht hat. Dieses größte ehrenamtliche Bläsertreffen der Welt war dieses Mal vom 3. bis 5. Mai in Hamburg abgehalten worden. Dort trafen sich etwa 15.000 aktive Blechbläserinnen und Bläser. Erhard Kunz war einer der aktiven Teilnehmenden.
„Moin!“, antworteten die Besucher dem hanseatischen Gruß des Chorleiters entsprechend zu Beginn des Konzerts in Kettenheim. Foto von Gitta Rickerts-Gand
Vom Geist des Posaunentags inspiriert hatte Kunz einige neue Kompositionen, die in Hamburg zu hören waren und in einem Wettbewerb prämiert worden sind, mit seinen Bläsern für das Jahreskonzert 2024 einstudiert, darunter das Musikstück „Segel Setzen“ von Jens Uhlenhoff, das den 2. Preis beim Kompositionswettbewerb DEPT2024 erhalten hat, und das drittplatzierte Stück „Wie ein neuer Tag“ von Matthias Bucher.
Neben neuen Tönen gab es beim musikalischen Abend des EPC auch altbewährte Melodien zum Mitsingen, so die adventliche Weise „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Es kommt ein Schiff geladen“, ein Choral, der zu den ältesten deutschsprachigen geistlichen Gesängen gehört. Die wohl aus dem Elsass stammende Melodie wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufgezeichnet, der Text findet sich zum ersten Mal 1608 im Andernacher Gesangbuch.
Zwischen der Musik hatte Pfarrerin Anja Krollmann Gedanken zur geistlichen Erbauung mitgebracht, so einen Text über das Warten auf die Ankunft Gottes in der Welt, worauf sich Christinnen und Christen jedes Jahr im Advent vorbereiten. Als nächstes gab es einen hoffnungsfrohen Text aus dem Buch des Propheten Jesaja Kapitel 60 zu hören, in dem die Herrlichkeit Gottes verheißen wird, die sich im Leben aller Menschen wiederspiegeln will.
Nach dem Konzert lud der Posaunenchorleiter alle Anwesenden ein, zu kühlen Getränken und Salzgebäck in der Kirche zu verweilen, was von vielen gerne angenommen wurde. Die Türkollekte kam dem Posaunenchor zugute, der seine Noten und Instrumente über Spendengelder anschafft, die Vergütung des Leiters wird von der Kirchengemeinde finanziert. Zu dessen Arbeit gehört auch der kostenlose Unterricht für alle, die ein Blechblasinstrument erlernen möchten, um im EPC mitzuspielen. Wer Interesse daran hat, meldet sich bei Erhard Kunz, Tel.: 06731-7379. A. K.