Russische Kirchen- und Volkslieder am Volkstrauertag in Esselborn

Als ein Zeichen des Friedens und der Versöhnung zwischen den Völkern kann das Konzert des Vokalensembles „Russische Seele“ verstanden werden, das am Abend des Volkstrauertags, dem 13. November, in der Esselborner Kirche gastierte. Über 80 Besucher waren zu dem Konzert gekommen. 

In bunten Kosakengewändern traten die Sängerin und Sänger - allesamt Absolventen des St. Petersburger Konservatoriums - vor die zahlreich erschienenen Zuhörer.
Foto: Gerd Oberhellmann

Im ersten Teil erklangen Gesänge aus der russisch-orthodoxen Gottesdienstliturgie wie „Psalm 33“ von Beresovski, „Freue dich, heilige Maria“ von Rachmaninov und das „Vater Unser“ von Dubenskiy. Im zweiten Teil folgten folkloristische Werke wie „Die Abendglocken“, „Die Schwalbe“ sowie verschiedene  Kosakenlieder. Der Bassist des Ensembles, Felix Zaretsky, moderierte das Konzert und übersetzte den Zuhörenden die Texte aus dem Russischen ins Deutsche, gab Informationen zu Komponisten und der Geschichte einzelner Lieder und erklärte die Bedeutung der liturgischen Gesänge in der russisch-orthodoxen Kirche. Gedanklich entführte er die Besucher auf eine Reise ins alte Russland der Zarenzeit bis zur Herrschaft des Kommunismus, in dem das Singen religiöser Lieder vom Staat verboten worden war. Die Tradition der orthodoxen Gesänge hat sich - Dank der Gläubigen - dennoch gehalten und wird heute wieder in russischen Kirchen gepflegt. Gegen Ende der Veranstaltung belohnten die Zuhörenden die Musiker mit lang anhaltendem Applaus und stehenden Ovationen, woraufhin diese Zugaben schenkten. Da kein Eintritt genommen wurde, bat das Ensemble am Ausgang um eine Spende, die zum Teil für ein Kinder-heim in St. Petersburg bestimmt ist.

Nach dem Konzert trafen sich Gäste und Gastgebende zum gemeinsamen Abendessen im Bürgerhaus. Für das leibliche Wohl und die Unterbringung der Sängerin und Sänger sorgten Esselborner Gemeindeglieder und Kirchenvorstehende. Ein besonderes Dankeschön geht an Ingrid und Rudi Förster, Lydia und Ludwig Schmidt, Elisabeth und Gerd Oberhellmann. Dieser hatte das Ensemble am folgenden Tag zu seinem nächsten Auftrittsort gefahren. A.K.

Am gedeckten Kaffeetisch wurden die Gäste in Esselborn empfangen - dort fühlten sie sich willkommen und wohl.
Foto: Rudi Förster