Alles hat zwei Seiten: Auch E-Autos muss man kritisch beleuchten

Der Schutz der Umwelt, die Bewahrung der Schöpfung sind durch Corona, wie es scheint, in die zweite Reihe getreten. Dennoch ist das Thema wichtig wie vor der Pandemie. Elektro-Autos sind auf dem Vormarsch und werden staatlich gefördert. Dennoch ist bei dieser Technik nicht alles positiv zu werten. Die Chemikerin Dr. Petra Melchinger aus Kettenheim hat einige Bestandteile, die für die Herstellung von Akkus notwendig sind, kritisch beleuchtet und kommt zu folgendem Ergebnis:

Ein wesentlicher Bestandteil für die Herstellung strombetriebener Autos ist das Lithium. Es wird hauptsächlich in Chile, an den Randgebieten der Atacamawüste gewonnen. Grundwasser ist in dem Gebiet nicht regenerierbar. Gerade dort werden riesige Mengen aus Grundwasservorkommen (täglich ca. 200 Millionen Liter) für die Lithiumgewinnung gefördert. Das Umland trocknet durch den Abzug des Grundwassers immer weiter aus. Große Teile des Ökosystems sterben. Die traditionelle Landwirtschaft wird ruiniert. Zusätzlich werden die Abfälle und Abwässer, bestehend aus umweltgefährlichen oder gar giftigen Chemikalien, einfach als Abraumhalden ausgeschüttet oder sogar in die wenigen Gewässer gekippt, die es in solchen Trockengebieten noch gibt. Das verschärft den Wassermangel und macht die Böden unfruchtbar. Die Nahrungsmittelproduktion der einheimischen armen Bauern ist ernsthaft gefährdet.

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